VIDEONALE.scope

Eine experimentelle Film- und Videokunstreihe der Videonale Bonn

Die Experimentalfilm- und Filmkunst-Reihe VIDEONALE.scope ergänzt seit 2013 das Programm der Videonale Bonn. Neben der alle zwei Jahre stattfindenden VIDEONALE– Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen im Kunstmuseum Bonn, die aktuellste Positionen aus dem Bereich Bewegtbild zeigt, erweitert VIDEONALE.scope das Veranstaltungsspektrum um ein Kinoformat mit Fokus auf thematisch konzipierte Programme, die junge und historische Positionen in einen Dialog bringen. Das Format knüpft damit an die 1. Videonale (1984) an, die damals schon das Programm Film und Video als Teil des Festivalprogrammes präsentierte.

VIDEONALE.scope #9

VIDEONALE.scope #9 | Wahnsinn und Gesellschaft
15.–18. Dezember 2021
Filmhaus Köln, Filmforum im Museum Ludwig, Lichtspiele Kalk

VIDEONALE.scope#9 wird kuratiert von Viktor Neumann.

Im Dezember widmet sich VIDEONALE.scope #9 an vier Abenden historischen und zeitgenössischen Bewegtbildarbeiten, die das Verhältnis zwischen Wahnsinn und Gesellschaft und die normative Konstruktion von „Krankheit“ und „Gesundheit“ untersuchen.

Der Titel ist Michel Foucaults gleichnamigem Werk Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft entlehnt. In seiner ersten bedeutenden Theorieschrift aus dem Jahr 1961 spricht sich der französische Philosoph gegen die Diagnose von psychischen Erkrankungen als festgeschriebene medizinische Fakten aus und beleuchtet vielmehr, inwiefern sich das Konzept des Wahnsinns im Laufe der Geschichte verändert hat und auf welchen sozialen und politischen Prozessen diese Konstruktionen beruhen. Das Werk gilt als eine der zentralen Theorien für die Forderungen der antipsychiatrischen Bewegung, die seit den 1950er Jahren Kritik an der institutionellen Psychiatrie und ihren Behandlungsmethoden geäußert hat, die Bedeutung der Gesellschaft innerhalb des Prozesses des Wahnsinnigwerdens untersucht und neuronale Differenzen als andere, aber nicht weniger wertige Erkenntnisformen hervorhebt. Während die Bewegung viele ihrer Forderungen durchsetzen konnte, wirkt die vermeintliche Oppositionen zwischen „gesund/ produktiv" und „krank/unproduktiv" weiterhin als eine der zentralen Kategorisierungen für systemische Unterdrückung, auch jenseits der medizinischen Normierung. Spätestens seit den Bestrebungen der Antipsychiatrie-Bewegungen und der Behindertenrechtsbewegung finden sich auch im Feld der Bewegtbildproduktion zahlreiche Positionen wieder, die emanzipatorische Praktiken mitproduzieren und Verletzlichkeit und Ermächtigung zusammendenken.

Die VIDEONALE.scope #9 vereint Experimental- und Kunstfilme, Videoarbeiten und Gespräche mit Künstler:innen und Filmemacher:innen, die sich dem Themenfeld aus unterschiedlichen Perspektiven künstlerisch und diskursiv nähern.

Mit Arbeiten von Panteha Abareshi, Mel Baggs, Stan Brakhage, Tony Cokes, Thirza Cuthand, Heinz Emigholz, Luke Fowler, Coco Fusco, Barbara Hammer, William E. Jones, Carolyn Lazard, Karin Michalski & Ann Cvetkovich, Rory Pilgrim, Jacolby Satterwhite, P. Staff, Imogen Stidworthy und Martine Syms.

    
    

TICKETS VIDEONALE.scope #9
5 Euro / 3 Euro (ermäßigt)
Kombiticket (2 Programme): 8 Euro / 4 Euro (erm.)
Scope-Ticket (alle Veranstaltungen): 24 Euro / 12 Euro (erm.)

Tickets gibt es an der Abendkasse.
Einzeltickets für die Veranstaltung am 18.12. im Filmhaus Köln können auch über das Online-Buchungssystem gebucht werden.

Gemäß der aktuellen Verordnung finden alle Veranstaltungen von VIDEONALE.scope als 2G-Veranstaltungen statt.

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