VIDEONALE.21

30. April – 13. Juni 2027 im Kunstmuseum Bonn und in der Stadt
Eröffnung: 29. April 2027
Oktober 2026 bis April 2027: Auftaktprogramm im Bonner Stadtteil Bad Godesberg

C´EST TOUT UNE MAISON (ALLES IST EIN HAUS)

„Das Fenster ist ein Haus. Alles ist ein Haus. Die Tische sind Häuser. […] Und die Tür ist Häuser. Sogar Aufkleber sind Häuser. […] Sogar Wasser ist ein Haus. […] Der Apfel, ein Haus. […] Und die Hunde, ein Haus. Und Parks, ein Haus. Und Schwarz, ein Haus. Und Gelb, ein Haus. Und Rosa, ein Haus. Und Orange, ein Haus. Und Papier, ein Haus.“

– Suzanne Lagarde van der Schaaf

„C´est tout une maison (Alles ist ein Haus)“ ist Titel und Leitmotiv der VIDEONALE.21. Mit diesem Titel bezieht sich die V.21 auf die Videoarbeit „Extra Life (and Decay)“ von Stéphanie Lagarde, die bei der vergangenen 20. Festivalausgabe gezeigt wurde. Die Videoarbeit zitiert ein Kind, in dessen Weltbetrachtung verschiedenste Natur- und Alltagsphänomene zu einem Haus, einer Behausung, einem Zuhause werden können. Diesen Gedanken möchten wir aufgreifen und in Resonanz mit ausgewählten Video- und zeitbasierten Kunstwerken bringen. Was macht ein „Haus“, jenseits seiner gebauten Architektur, aus? Aus welchen weiteren Strukturen, Qualitäten, Handlungen und Beziehungen besteht es und welche Bedeutung haben sie für unser gesellschaftliches Miteinander? Ausgehend von der Organisation von Organismen in der Natur ergründet Lagarde in ihrer Videoarbeit die Ordnungen und Abhängigkeiten innerhalb menschlicher und natürlicher Gemeinschaften. Das Prinzip der Solidarität und gegenseitigen Fürsorge stellt sie dabei einer Verwertungslogik und der zunehmenden Vereinzelung im kapitalistischen Wirtschaftssystem gegenüber. An die Stelle einer Spirale der Eskalation und Abgrenzung tritt eine positive Imagination dessen, was mit und durch konstruktives gemeinschaftliches Handeln neu entstehen könnte.

Vor welchen Herausforderungen stehen wir und wie können unterschiedliche solidarische Beziehungsweisen zu einer Folie für ein zukünftiges Miteinander werden? Und welche Strukturen, Formen der Behausung, Orte braucht es, um diese Beziehungsweisen zu beherbergen?

Die Werke der VIDEONALE.21 werden gemeinsam mit einer internationalen Jury aus einem Pool von Einreichungen ausgewählt. Die Einreichungen beruhen auf Vorschlägen einer internationalen Vorschlagskommission aus über 30 Kurator:innen, Festivalmacher:innen und Künstler:innen. Die künstlerische Leitung der V.21 liegt bei Tasja Langenbach und Annette Ziegert.

Die VIDEONALE.21 findet mit einer Ausstellung und umfangreichem Festivalprogramm vom 30.04. bis 13.06.2027 (Eröffnung: 29.04.2027) im Kunstmuseum Bonn und an Satelliten in der Stadt statt. Diesem Teil des Festivals geht ein Auftaktprogramm im Bonner Stadtteil Bad Godesberg voraus, das bereits im Oktober 2026 beginnt und in enger Kooperation mit lokalen Initiativen und der Stadtgesellschaft entstehen wird.

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Abbildung: Stéphanie Lagarde, Extra Life (and Decay) © Stéphanie Lagarde, Constantin Jopeck & VG Bild-Kunst, Bonn 2025

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